Herbstsprüche

13 Goldene Herbst-Sprüche und Herbst-Gedichte, die dein Herz erwärmen

Während die Ersten schon in den Kisten mit der Weihnachtsdekoration kramen, widme ich mich dem Herbst. Die Sprüche und Gedichte sollen euch die Wartezeit verkürzen. Tatsächlich könnt ihr dann auch den kaltnassen Tagen einiges abgewinnen und euch gemütlich in eure ganz persönliche Kuschelhöhle zurückziehen.

Herbstgedichte und Herbstsprüche fürs Herz

1) Herbstgedicht von Detlev Wilhelm Klee

Der Herbst ist der Frühling des Winters.
Henri de Toulouse-Lautrec
Triolett vom Herbst des Lebens
Die still im Herbst des Lebens glüht,
du pflückst sie nicht, die späte Frucht.
Doch hat sie nicht umsonst geblüht,
die still im Herbst des Lebens glüht.
O Abschied, sternenübersprüht,
die reine Schau, die letzte Flucht,
wenn still des Lebens Herbst verglüht
und ungepflückt entschwebt die Frucht.

2) Herbstgedicht M.B. Hermann

Es raschelt im Laub
Die Welt ist in Feuchte versunken,
die Tage blamieren sich müde.
Es raschelt im Laub,
Gott und Teufel führen ein Gespräch
über ein Bierchen vielleicht
oder eine Overtüre.

3) Romantisches Herbstgedicht von Felicitas Leo

Buntes Laub in stiller Luft
Buntes Laub in stiller Luft,
Matter Herbsttagsonnenschein,
Berge in der Ferne Duft, —
Sommerfäden spinnt mich ein!

Farben, Linien, blass und weich
Wie gedämpft durch stillen Schmerz —
In der Schwermut Zauberreich
Starrt und zieht’s mein wissend Herz.

Und Erinn’rung steigt empor,
Wie der Duft von welkem Laub,
Flüstert leise mir ins Ohr
Und sinkt welkend in den Staub.

Still mein Herz den Sang vernahm:
„Immer kam der Herbst zurück,
Wiedersehn und Abschied kam
Und es kam — es kam! — das Glück.

Aber eines blieb sich gleich:
Ew’ger Sehnsucht stiller Schmerz“ —
In der Schwermut Zauberreich
Starrt und zieht’s mein wissend Herz.

4) Oktober Gedicht von Cosima Bellersen Quirini

Weisser Nebel
durchzieht
die Dämmerung und
küsst
die schlafenden Lider wach
glänzende Kastanien und
welke Blätter
fallen
Nachmittagsgold
ist heiteres Geleit
durch den Tag
bevor
die Schwärze
der Nacht
sich wie heilender Tau
auf uns legt und
unsere still gewordende
Seele
benetzt.

Herbstgedichte
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5) Herbstabend von Josefa Metz

Sieh, wie der Tag sich heimlich fortgeschlichen,
Wie alles Leben in den Schatten sank.
Vergossen nun der Stunden goldner Trank,
Erloschen alle Farbe und verblichen.
Ein Duften nur blieb in den Lüften schweben
Zart wie der Traum, der unsre Nacht beglückt,
Ein Kuss von Blumen, der dem Wind gegeben. –
Sieh, wie der Wald voll milden Ernstes blickt,
Ein treuer Vater, der das müde Leben
Der letzten Blüten fest ans Herz gedrückt.

Findest du nicht auch der Herbst hat etwas herrlich Morbides? Wir haben die Chance, nach einem langen und heißen Sommer neue Energie zu sammeln und es uns in der „guten Stube“ mit einem spannenden Buch so richtig gemütlich zu machen. Da dürfen natürlich die folgenden Herbstsprüche auch nicht fehlen.

6) Golden übers Tal von Jo M. Wysser

Jetzt kommt sie golden übers Tal,
mit Schein und Glanz und Strahl
lockt sie dem Obst die letzte Süsse
in den Kahn.

7) Herbstreim von Arno Nadel

Welt erfüllen
Ich frage nicht,
Wie ich die Welt erfülle.
Die Welt bedarf nicht meiner.
Und was ich
In das Zeichen
Setzte,
War mir
Geschenk vor Allem.
Nur: wie beglück ich,
Fragt ich jede Stunde.

8) Herbstgedicht: Der September | aus: Erich Kästner, Der September

Das ist ein Abschied mit Standarten
aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
Goldlack und Astern flaggt der Garten,
und tausend Königskerzen glühn.

Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld.
Altweibersommer weht im Wind.
Das ist ein Abschied laut und leise.
Die Karussells drehn sich im Kreise.
Und was vorüber schien, beginnt.

9) Herbstsprüche von Friedrich Freiherr von Logau

Der Frühling ist zwar schön;
doch wenn der Herbst nicht wär’,
wär’ zwar das Auge satt,
der Magen aber leer.

10) Septembermorgen von Eduard Mörike

Im Nebel ruhet noch die Welt.
Noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.

11) Herbstsprüche von Peter Bamm

Aus den Träumen des Frühlings
wird im Herbst Marmelade gemacht.

12) Herbsttag von Rainer Maria Rilke

Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und
jage
 die letzte Süße in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

13) Herbstbild von Friedrich Hebbel

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Ich hoffe, die Herbstsprüche und Gedichte haben dir gefallen und du hast noch einen schönen November.